Ort

HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich
Lagerstrasse 5
8021 Zürich

Datum

19. Mai 2022

Zeit

13.00 Uhr bis 18.15 Uhr

Anmeldung

19. Mai 2022 / Zürich

Schweizerische Tagung für HR/Interne Kommunikation
Eine humanere Arbeitswelt wagen! Menschlicher führen und kommunizieren

Keynotes halten die Organisations- und Verhaltenssoziologin Dr. Judith Muster und der Büroarchitekt des ersten Google-Büros in der Schweiz, Stefan Camenzind. Daneben wie gewohnt Breakouts mit Praxisbeispielen aus Schweizer Unternehmen.

Die Corona-Krise hat die Veränderung der Arbeitswelt beschleunigt. Die Mitarbeitenden stellen sich vermehrt die Frage nach dem Sinn ihres Tuns, suchen Arbeits- und Privatleben besser zu vereinbaren, fordern mehr Partizipation und Selbstbestimmung.

Kurz der Ruf nach einer humaneren Arbeitswelt wird immer lauter. Doch pure Appelle an einen menschlicheren Umgang miteinander verhallen, falls nicht grundsätzlich die Rahmenbedingungen verändert werden.

Die Perikom-Fachtagung 2022 gibt Impulse, was es für eine humanere Arbeitswelt braucht.

Teilnahmegebühr: 380 Franken inkl. Apéro riche  //  280 Franken für Mitglieder Perikom und zgp

Anmeldeschluss: 12. Mai 2022. Teilnehmergebühren werden bei Abmeldung nach Anmeldeschluss nicht rückerstattet.

Programm zum Ausdruck

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Perikom-Tagungen sind jedes Jahr eine gern genutzte Gelegenheit des persönlichen Austausches unter Kommunikations- und HR-Verantwortlichen.

Keynotes

Die Humanisierung der Organisation: Ein Plädoyer für mehr Nüchternheit

Der aktuelle Management-Diskus in Theorie und Praxis stellt den „ganzen Menschen“ in den Mittelpunkt. Gefordert werden Engagement, volle Motivation und Purpose-Identifikation, aus dem Beruf soll die Berufung werden. Geht etwas schief geht, liegt es am „falschen Mindset“. Diesen Ansatz hält die Soziologin und Beraterin Judith Muster für übergriffig – und ineffektiv. In ihrer Session trägt sie zentrale Thesen aus dem Buch „Die Humanisierung der Organisation“ (Vahlen 2022) vor, das sie gemeinsam mit Kai Matthiesen und Peter Laudenbach geschrieben hat. Und plädiert für mehr Nüchternheit. Wer gestalten will, muss an den Strukturen der Organisation ansetzen.

Dr. Judith Muster
Judith Muster ist Soziologin an der  Universität Potsdam. Sie lehrt und forscht zu Themen wie postbürokratisches Organisieren und datengestütztem Entscheiden. Diese soziologische Perspektive nutzt sie auch als Partnerin der Beratungsgesellschaft Metaplan, etwa in der Automobilindustrie oder der Logistik. Der präzise Blick auf „Organisationsschmerzen“ ermöglicht überraschende Erkenntnisse und neue Lösungen. Das „Personalmagazin“ wählte Judith Muster unter die 40 führenden HR-Köpfe 2021.

Das Büro der Zukunft: Aufladestation für Kultur und Zusammenarbeit

Wie definieren Unternehmen zusammen mit den Mitarbeitenden den Arbeitsplatz der Zukunft? Und welche Rolle spielen dabei HR und Kommunikation? Architektur, Technologie und Design können dafür ein Katalysator sein. Nachhaltige Wirkung erzielt aber erst die richtige Orchestrierung aller Elemente, z.B. durch eine „Intendanz“, die im Büro die nötigen Impulse als Treffpunkt und „Aufladestation“ setzt“, meint Stefan Camenzind, welcher zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Tanya Ruegg, das revolutionäre, erste Google-Büro der Schweiz entworfen hat.

Stefan Camenzind
Stefan Camenzind ist Partner und Executive Director der Evolution Design AG, einem 2004 gegründeten und international erfolgreichen Schweizer Architektur- und Designbüro mit Sitz in Zürich und London. Unternehmen wie Google, Unilever, PwC, easyCredit oder Flipkart vertrauen auf die Expertise von Evolution Design, optimale Arbeitswelten, von der Analyse bis zum Design und der Umsetzung zu verwirklichen. Als Architekt und Workplace Innovator begleitet Stefan Camenzind die Kunden mit dem Ziel, smarte und innovative Arbeitsräume der Zukunft zu kreieren.

Evolution Design gehört zu den innovativsten, renommiertesten und erfolgreichsten Gestaltern von neuen Arbeitsplatzkonzepten. Das vielfach ausgezeichnete Büro ist international für innovative Architektur mit speziellem Fokus auf Smart Workplace Design bekannt, welches individuell auf Unternehmenskultur, vorhandene Architektur und bestehende Arbeitsabläufe dank ausgeklügelter Analyse detailliert eingeht und entsprechend darauf abgestimmt ist. Es geht darum, eine Atmosphäre zu schaffen, welche besseres Arbeiten ermöglicht – emotional wie auch funktional. Das gilt für jeden Betrieb. Und genau hierfür setzt sich Evolution Design ein.

Breakouts

In parallelen sogenannten Break out Sessions können die Teilnehmenden jeweils je zwei aktuelle Praxisbeispiele erleben. Nach einem Input erfolgt eine intensive Diskussion, an dem es Zeit für alle Fragen gibt.

Breakout 1: Die Humanisierung der Organisation

Warum sprechen wir so viel von Purpose, Motivation und Leidenschaft? Und wäre es nicht besser, wenn Unternehmen einen Grossteil des Wesens ihrer Mitarbeiter ganz einfach ignorieren? Diesen provokanten Fragen will die Soziologin und Beraterin Judith Muster in ihrer Breakout-Session nachgehen. Im Zentrum stehen die Teilnehmer mit ihren Einsprüchen und Erfahrungen. Gemeinsam soll darüber nachgedacht werden, was eine Organisation ausmacht, die ihren Mitgliedern wirklich gerecht wird.

Dr. Judith Muster
Judith Muster ist Soziologin an der  Universität Potsdam. Sie lehrt und forscht zu Themen wie postbürokratisches Organisieren und datengestütztem Entscheiden. Diese soziologische Perspektive nutzt sie auch als Partnerin der Beratungsgesellschaft Metaplan, etwa in der Automobilindustrie oder der Logistik. Der präzise Blick auf „Organisationsschmerzen“ ermöglicht überraschende Erkenntnisse und neue Lösungen. Das „Personalmagazin“ wählte Judith Muster unter die 40 führenden HR-Köpfe 2021.

Breakout 2: Mit Pathways zu mehr psychischer Gesundheit bei Swiss Re

Die «Mental Health Champions» bilden bei Swiss Re ein Netzwerk unter dem Namen «Pathways» mit dem Auftrag, ein Bewusstsein für psychische Gesundheitsthemen zu fördern sowie die Stigmata und Tabus rund um die mentale Gesundheit abzubauen. Das Netzwerk wurde in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro Mente Sana aufgesetzt, die auch weiterhin für die Schulung der «Mental Health Champions» verantwortlich ist. In der Breakout-Session erfahren Sie, warum das Thema psychische Gesundheit nicht nur für Swiss Re so wichtig ist, wie das interne «Pathways»-Netzwerk aufgesetzt wurde und wie bei der Swiss Re weltweit für das Thema sensibilisiert wird. Neben aktuellen Studienergebnissen zum «Return on Investment» und zum «Erfolgsfaktor Mental Health» teilt Pro Mente Sana auch die eigenen Erfahrungen und Learnings aus anderen Unternehmen, Märkten und Ländern.

Virginia Villalba Cuervo, Senior Operations Officer, Mental Health Champion und Roger Staub, Geschäftsleiter Pro Mente Sana.
Virginia Villalba Cuervo ist seit 2020 aktives Mitglied des Mental Health Netzwerks Pathways und ensa Instruktorin für Swiss Re. Für Swiss Re arbeitet sie seit 2007 in verschiedenen Bereichen wie die Interne Beratung, HR oder nun für Corporate Real Estate and Services, ihre Spezialisierung sind die Projektleitung, Risk Management und Governance/regulatorische Themen.

Roger Staub leitet die Geschäftsstelle der Schweizerischen Stiftung Pro Mente Sana in Zürich seit 2017. Er hat das Australische Programm «Mental Health First Aid» mit Unterstützung der Beisheim Stiftung in die Schweiz gebracht und unter dem Namen ensa – Erste Hilfe für psychische Gesundheit 2019 lanciert. Er war Sekundarlehrer phil. II und verfügt über einen Master in Public Health und einen in Angewandter Ethik.

 

 

Breakout 3: Die Mitarbeitenden im Mittelpunkt: Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit bei Jelmoli

Mit teamübergreifender Kommunikation die Zusammenarbeit fördern und für eine hohe Mitarbeitermotivation sorgen: Das ist es, was Jelmoli, das traditionsreichste Warenhaus aus Zürich, mit der Einführung eines Social Intranets auf Haiilo (ehemals COYO)-Basis für rund 700 Mitarbeitende erreichen möchte.
Doch wie unterstützt die moderne Plattform ganz konkret eine konsequente abteilungsübergreifende Art der Kommunikation und Zusammenarbeit? Inwiefern ist das neue Social Intranet ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum hybriden Arbeiten bei Jelmoli? Und welche Rolle spielt das Mindset von Mitarbeitenden und Führungskräften dabei? Monica Monsch gibt spannende Einblicke in die Praxis zeigt auf, warum es so wichtig ist, die Mitarbeitenden nicht nur aktiv in der Projektphase sondern mindestens so intensiv während und nach der Lancierung miteinzubeziehen und zu begleiten.
Zusammen mit Lutz Hirsch und Dominique Schaerer, die die Einführung des Social Intranets auf Haiilo-Basis auf Agenturseite begleitet haben, erläutert sie, warum das Jelmoli-Intranet ein zentrales Instrument für Vernetzung und Austausch beim flexiblen, projektbasierten Arbeiten ist.

Monica Monsch
Monica Monsch ist seit über 10 Jahren bei Jelmoli tätig, zuerst als Leiterin Marketing & Kommunikation und seit 2020 als Business Transformator. In dieser Rolle ist sie verantwortlich für die Strategie-Implementierung und hat sich im Rahmen ihrer Master-Thesis mit dem Einfluss von New Work auf das Innovationsmanagement in einer digitalisierten Arbeitswelt auseinandergesetzt.

 

Breakout 4: Purpose: Sinnvermittlung auch in Krisenzeiten

Greater Chemestry – between People and Planet. Das ist das Purpose-Statement des Chemiekonzerns Clariant. Er soll der Firma und den Mitarbeitern den Weg weisen und den Sinn ihrer Anstrengungen aufzeigen. So wird die Identifikation mit dem Unternehmen und damit auch Engagement und  Zufriedenheit gestärkt. Mitten in die Implementation dieses neu entwickelten Purpose platzte die Information, dass Unternehmenszahlen manipuliert worden waren. Der Aktienkurs brach ein. Doch es gelang dem Management, die Glaubwürdigkeit des Purpose-Statements in dieser Krise sogar noch zu steigern.

Kai Rolker, Head of Group Communications Clariant International Ltd
Kai Rolker ist seit 2014 Head of Group Communications bei Clariant International Ltd., einem weltweit führenden, börsenkotierten Spezialchemieunternehmen. Er ist zuständig für alle Kommunikationsaktivitäten weltweit. Dazu gehören Branding, Online Communications, Marketing Communications, Strategic Communications, Media Relations, Internal Communications sowie Regional Communications. Zuvor war Kai Rolker Director Marketing Communications bei Synthes (Medizintechnik). Er hat in Berlin Philosophie und Alte Geschichte studiert und 2002 in Tübingen promoviert. Ausserdem hat ein MAS Studium in Communication Management an der HSW Luzern absolviert.

 

Breakout 5: Harte Branche, humane Kultur? Deloitte auf der Reise zu den Antworten

Beratung und Wirtschaftsprüfung gelten im Allgemeinen nicht als eine «gemütliche» Branche. Lange Arbeitszeiten, hohes Tempo und Termindruck prägen das Bild der «Big Four». Deloitte Schweiz setzt vieles in Bewegung, um attraktive Arbeitsbedingungen und eine sinnstiftende, inklusive Kultur zu schaffen. Teilzeit, Sabbaticals und hybrides Arbeiten stehen grundsätzlich allen Mitarbeitenden offen. Berufstätige Eltern werden gezielt unterstützt. Junge Talente umwirbt Deloitte mit speziellen Programmen und bindet ihre Sicht ein, beispielsweise über das «Next Generation Board». Auch in der internen Kommunikation werden neue, partizipative Ansätze ausprobiert. Die Arbeitsumgebung im neuen Hauptsitz ist auf angenehme und kreative Zusammenarbeit ausgelegt. Und ein «Wellbeing Leader» sorgt dafür, dass das Wohlbefinden der Mitarbeitenden an erster Stelle steht und bleibt.

Welche Wirkung erzielt Deloitte damit? Und wo zeigen sich Grenzen? Ingrid Dohme, Head of Talent Brand, Marketing & Communication, gibt Einblicke in die spannende Reise, auf der sich Deloitte Schweiz befindet.

Ingrid Dohme, Head of Talent Brand, Marketing & Communication, Deloitte
Ingrid Dohme leitet seit 2019 den Bereich Talent Brand, Marketing & Communication bei Deloitte Schweiz, einem führenden Prüfungs- und Beratungsunternehmen. Mit ihrem Team sorgt sie für authentisches und professionelles Employer Branding, Personalmarketing und HR-Kommunikation nach innen wie nach aussen. Ihre Aufgabe sieht Ingrid Dohme vor allem darin, die besten Talente zu finden und zu binden – mit inspirierenden Geschichten, die zeigen, wie Mitarbeitende bei Deloitte lernen, wachsen und einen positiven Impact haben.